Japanischer Garten

 


Der japanische Garten in den Bonner Rheinauen war diesen Sommer mal das Ausflugsziel. Wir waren schon ein paar mal hier und hatten auch das ein oder andere mal Glück. Einmal waren wir durch Zufall in eine wunderschöne Bonsaiausstellung gestolpert. Dieses mal war es einfach nur warm und der Garten hatte mit einem Problem zu kämpfen, dass unser wahrscheinlich jeden Sommer treffen wird. Trockenheit!
Der Wasserstand war sehr niedrig und der Wasserfall war trocken. Schade, aber hier noch händelbar in Rheinnähe. Es gibt Gegenden in Deutschland die sich langsam in Wüsten verwandeln. Da haben wir hier noch Glück im Unglück. 
Ich persönlich habe aufgegeben zu hoffen das wir die Kurve kriegen. Dazu sind wir erst in der Lage wenn es zu spät ist und reihenweise Katastrophen geschehen. Es braucht immer erst ein Schlag mit der Keule bis sich was ändert und die Schläge die es bisher gab reichten nicht aus. Im Ahrtal wird mittlerweile nur noch diskutiert wer politisch verantwortlich war und wie derjenige zu bestrafen ist. In Berlin nutzen Populisten die Situation aus um Stimmen mit einfachen Versprechungen zu gewinnen und keiner wirklich geht das Problem proaktiv an, da es einfach "noch" nicht das Bewusstsein in der Bevölkerung gibt, dass die Kacke wirklich am Dampfen ist. Sicher denken die meisten, dass was getan werden muss, jedoch sollten sich am Ende immer die anderen Einschränken. Am eigenen Luxus will keiner sparen. Ich bin da ehrlich und sage, dass auch ich Teil des Problems bin. Auch wenn ich mich einschränke, tue ich das bei weitem nicht so wie ich könnte. Sich noch mehr einzuschränken wäre eigentlich sehr einfach, wenn man es will. Ich habe gute Ansätze die ich oftmals viel zu schnell wieder verwerfe, weil der Nachbar sich ja auch nicht einschränkt und was bringt es dann wenn ich "leide" und alle rund rum weiter leben als wäre nichts geschehen. Bringe dann mein "tun" den Unterschied? Das Frage ich mich sehr oft und schwanke in meinen Antworten. Ich denke das es vielen so geht und hier ist das Problem. Viele könnten schon was bewegen, aber unsere Gesellschaft ist auf Konsum und Vergleichen aufgebaut. Es fehlt wirklich der Ruck in der Bevölkerung. Es fehlt der Schlag ins Gesicht. Am Anfang des Jahres dachte ich, dass der russische Angriff in der Ukraine ein Umdenken in der Bevölkerung was die Wichtigkeit der Sicherheitspolitik angeht bewirkt hat. Heute sehe ich oftmals in Nachrichten Demonstrationen im Osten wo für eine freundliche Russlandpolitik auf die Straße gegangen wird. Gehts noch? Was ist los mit den Leuten? Hier verliere ich endgültig das Vertrauen in unsere Gesellschaft. Oftmals sind das auch die Gleichen die den Klimawandel leugnen und Corona als Blödsinn abtun. Ich habe leider den Eindruck das es mehr werden. Oftmals sind es ureigenste Ängste die die Leute in diese Kreise ziehen. Leben wird teurer und anstrengender und dann kommt ein rechter Bauernfänger der verspricht, dass das einzige Problem unsere derzeitige Politik ist. Ja wie einfach es ist das anzunehmen. Schon hat man einen Schuldigen und die Lösung liegt so nahe. Wie die Radikalen aber die Probleme lösen wollen bleiben sie schuldig und niemand der Idioten hinterfragt das. Was ist nur los? Was wenn die Leute in 30ig Jahren durch den japanischen Garten spazieren und alles ist vertrocknet? Wer ist dann Schuld? Politik, Flüchtlinge oder wir alle weil wir ein einfaches Leben im Luxus wollten? Schuld trifft uns dann alle. Ob wir wollen oder nicht. Es gibt auch keine einfachen Lösungen für komplizierte Probleme. Das sollten wir uns immer sagen wenn die Bauernfänger rumgehen. In diesem Sinne, ein schönes Wochenende. 
























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