Mittwoch, 10. Januar 2018

Globetrottel - Geraer Hütte (black-white-Landscape-Series)


Im Weihnachtsurlaub habe ich mich einen Abend hingesetzt und mal alte Familienalben nach brauchbaren Stockfotos für Photoshopcomposings durchsucht. Dabei sind mir meine alten Wander- und Trekkingfotos wieder zu Gesicht gekommen. Ich war Feuer und Flamme als ich mich durch die Erinnerungen klickte und wusste, dass diese Bilder unbedingt auch auf den Blog müssen. 
Nur wie? Die Qualität der Bilder ist wirklich mies. Das waren 2007 meine ersten digitalen Bilder die mich eigentlich in Richtung Fotografie brachten. Sozusagen der Anfang meiner Fotografenkarriere die es ja gar nicht gibt.  Nein im Ernst. Ich hatte damals eine sagenhafte 4MP Canon PowerShot S40 von meinem Bruder bekommen, da er sich eine Nikon D80 geholt hatte. Und diese Bilder hier waren die ersten Fotografieschritte die ich damit gemacht hatte. Heute macht eigentlich jedes neuwertige Handy bessere Fotos. Damals hatte aber noch niemand gedacht, dass das mal mit Handys möglich wird. Daher war die S40 mein Einstieg in die digitale Fotografie bevor ich mir 1 Jahr später eine DSLR kaufte.
Dazu aber später mehr, da ich viele solche Wander- und Trekkingfotoalben von damals gefunden habe, die ich alle in Schwarz Weiß aufbereitet habe. Warum Schwarz Weiß fragen sich sicher einige? Nennen wir es eine gewisse Leidenschaft hat mich dazu gebracht. Ich liebe Schwarzweißfotos und hatte das schon seit langen vor einmal eine Serie zu machen, aber es hat nie wirklich gepasst. Somit kam hier meine Chance. Vor allem weil die Qualität und mein können bei diesen Fotos noch in den Kinderschuhen steckten. Da ich nun die Fotos, die alle in jpeg aufgenommen wurden, wie immer noch bearbeiten wollte, probierte ich einiges aus und erkannte das mir Qualität und Dateiformat schnell Grenzen aufzeigten. Da fielen mir meine alten Schwarz Weiß Analogaufnahmen ein die damals schon teils fleckig und verrauscht waren. Perfekt dachte ich. Also probierte ich einige Lightroom Einstellungen aus und erstellte mir eine Handvoll verschiedener Presets, die dann meine Ausgangslage waren. 
Schwarzweißfotografie ist in meinen Augen immer was besonderes und vor allem in der Portraitfotografie ganz vorne mit dabei. Doch in der Landschaftsfotografie gelten andere Regeln und es war gar nicht so einfach die passenden Motive mit der passenden Bearbeitung zu versehen. Aber ich denke größtenteils ist es mir gelungen teils wunderschöne Bilder zu erstellen.
Gerade die "schlechte" Qualität tragen nun zur Stimmung in den Bildern bei. Teils das Rauschen im Himmel oder die weichen Konturen. Irgendwie Stimmungsvoll finde ich. Wie denkt ihr darüber? Geiles Projekt oder hab ich die Rosa Brille auf, da mir die Bilder unglaublich gut gefallen?


Gemacht habe ich die Bilder übrigens auf einer Bergtour mit meinem Bruder und Jürgen, der auch Mitglied im Alpenverein war. Geplant war die Besteigung des Olperers ausgehend aus der Geraer Hütte, jedenfalls von Jürgen und meinem Bruder. Da ich nicht wirklich alpiner Bergsteiger war und bin hatte ich vor Richtung Alpeiner Scharte auf Urbextour in 2800m Höhe zu gehen. Hier gibt es nämlich die Überbleibsel eines Molybdänbergwerkes aus dem 3. Reich. Genau das richtige für mich.
Also sind am zweiten Tag nach dem Aufstieg zur Hütte meine Begleiter Richtung Olperer aufgebrochen und ich bin alleine losgezogen Richtung Bergwerk. Bergwerk ist hier wirklich der richtige Begriff. Ein Werk aufm Berg. Klasse.
Die Bilder die ich in dem Bergwerk gemacht habe sind nicht wirklich nutzbar und viel gab es auch nicht zu sehen. Einige Stollen, ein paar Wände und Kristalle. Dazu viel Dunkelheit, eine Stirnlampe und ein unbrauchbarer Fotoapparat für solche Umgebungen. Egal, da das Erlebnis zählt bin ich die Stollen rein, die leider nicht mehr sehr weit in den Berg führen. Draußen schlug während dessen das Wetter um und ich stand beim rauskommen im Schneesturm und war auf dem Weg zur Scharte. Genießen konnte man nun keinen Ausblick mehr, dafür war es saukalt und Schnee und Eis im Gesicht macht auch kein Spaß. So bin ich langsam zurück zur Hütte. Wenig später kam auch die Seilschaft zurück die ebenso umdrehen mussten, da sie auf einem Gletscher in einen Whiteout gekommen sind, der sie zum umdrehen drängte.
So genossen wir noch einen gemütlichen Abend auf der Hütte, bevor es am nächsten Tag wieder ins Tal zurück ging. Eine schöne Bergwanderung war das mit tollen Ausblicken und einem verrückten Wetter. So nun genug der Worte. Ich hoffe die Bilder schaffen es ein wenig die Stimmung rüber zu bringen. Auch in Schwarz Weiß was meiner Meinung nach einen ganz besonderen Reiz ausstrahlt. Und das vor allem bei meinen allerersten Landschaftsfotos. In diesem Sinne. Schöne Grüße








 oben mein Bruder mit seiner Kamera beim fotografieren und unten ich, 
als ich noch ganz schön jung war.








 Höhlenmensch