Regierungsbunker "Rosengarten" - Part III


Kommen wir zum letzten Teil der Bilder vom Rosengarten. Für alle die es bis jetzt noch nicht gemerkt haben, es geht um die Bilder vom "atomwaffensicheren" Ausweichsitz der Bundesregierung zur Zeit des kalten Krieges. Zum Bau und zum Betrieb der Anlage habe ich ja nun schon einiges geschrieben. Heute wollte ich ein wenig zum kuriosen Rückbau schreiben. Warum kurios? Weil ich alleine schon einen Rückbau an sich für idiotisch halte. Wenn man sich alleine überlegt was der Bau gekostet hat. Sollte man nicht Sachen die man hat, vorsichtshalber behalten bevor man irgendwann mal sowas neu bauen müsste? Da kann man sich sicher drüber streiten. Andere vergleichbare Anlagen hat man trockengelegt, das heißt alle Schmier- und Gefahrstoffe abgelassen und zugesperrt. Hier hat man aus Gründen des Naturschutzes alles zurück gebaut. Und damit meine ich alles, wirklich alles. Back to the roots. 
Heute findet man bis auf den Teil des Museums nur noch eine Röhre. Den alten Eisenbahntunnel wie er zu Zeiten des ersten Weltkriegs war. Ein Wunder, dass man nicht auch noch die alten Bahnschienen wieder verbaut hat. Deutsche Gründlichkeit wurde auf jeden Fall beim Rückbau mindestens genauso groß geschrieben, wie beim Bau. Man hat nicht einfach nur die Geräte, Möbel, Kabel und Maschinen raus gebaut, nein man hat auch gleich alle Wände und Böden wieder in mühevoller Arbeit rausgehackt. Bis nur noch eine Röhre da war. Schon krass oder?  Vor allem war das ganze noch billig, nämlich um einige Millionen billiger als gedacht. So wurde freudig gehämmert und gemeißelt bis alles weg war. Alles? Nein, da die Baufirma einen Vertrag hatte, alles unterirdische zurück zu bauen, wurde auch alles unterirdische zurück gebaut. So kann man heute noch im Marienthal den Haupteingang ansehen. Warum? Weil der überirdisch ist. Ist doch klar. Vertrag ist Vertrag. Auch die MAN Tore, ihr erinnert euch. diese gewaltigen Rundtore stehen noch. Man hat diese einfach nicht kaputt bekommen. Spricht ja für die Tore.
Der einzige Moment wo man sich doch mal überlegt hat, ob man solch eine Einrichtung vielleicht nochmal braucht, war am 11 September 2001. Da wurde für kurze Zeit der Rückbau gestoppt, aber kurze Zeit später wieder aufgenommen. Im Nachhinein stellte sich auch heraus der Bunker gar nicht so sicher war wie gedacht. Berechnungen zufolge hätte der Bunker eine Explosion der Stärke vergleichbar Hiroshima überstanden. Doch gab es alleine zur Bauzeit Sprengköpfe die um ein vielfaches größer waren. 
Egal nun ist bis auf das Museum nichts weiter da als eine Röhre, die vielleicht für die kommende Zombieapokalypse noch von nutzen sein wird. Da bin ich mir sicher. Und was noch interessant ist, ist das beim Rückbau einer nicht dabei war, der beim Bau und bei den Übungen immer dabei war. Aus dem Ministerium für Staatsicherheits (MfS) der DDR war diesmal kein offizieller und inoffizieller Mitarbeiter dabei. Doch wenn man denkt, dass mit der Wiedervereinigung das MfS keine Rolle mehr spielte irrt man. Interessanterweise hatte man dank des MfS Zugriff auf Unmengen geheimer Unterlagen über den Bunker die man sonst nicht hätte, da diese durch die Bundesregierung weiterhin als geheim eingestuft werden und somit nicht einsehbar sind. Irgendwie witzig. Heute noch geheim auf der einen Seite, auf der anderen Seite einsehbar, da es ja die DDR nicht mehr gibt. 
Da hat sich natürlich das Museum drüber gefreut. So genug gebabbelt, viel Spaß bei den Fotos.

Hier auch nochmal der Link zu den anderen Beiträgen über den Bunker

Regierungsbunker "Rosengarten" - Part I

Und wer Interesse an solchen Bauwerken hat, hier der Link zum Album mit den Bildern vom MfS-Bunker in Thüringen.


Beginnen  möchte ich mit Bildern aus der Krankenstation.
Diese hat in Bunkern immer ihren eigenen Charme wie ich finde.
Ziemlich bedrückend und auf den ersten Blick nicht steril, 
da wir mit einem Krankenzimmer immer weiße Wände verbinden. Oder?




Auch der Besuch beim Zahnarzt war sicher ein freudiges Erlebnis in dieser Einrichtung.





Am Ende vom Museum sieht man dann das hier.
Einfach nur eine Röhre wie man sich einen Tunnel nun mal vorstellt.
Hier schön zu sehen sind die Träger für die Etagen.
Wie gerne würde ich mal die komplette Röhre durchwandern.



Das Zimmer vom Kanzler/ Präsident haben wir im letzten Beitrag gesehen.
Hier die Zimmer von den anderen Bewohnern. Ob Minister, Staatsekretär oder Hausmeister
alle haben einen Platz in dieser Wellnessoase gehabt.





Und beim Zähneputzen waren auch alle gleich...


... schlecht dran.


Und nun gehts wieder raus.
Hier durch dieses Loch sieht man auch mal schön die Dicke so mancher Wände.
Wohl bemerkt, dass manche Wände über 10 Meter dick sind. Das heißt, dass der Beton
immer noch nicht seine endgültige Härte erreicht hat.



Hoffe die Bilder haben euch gefallen und konnten einen Eindruck von der Anlage vermitteln.
Natürlich habe ich die Bilder meinem Geschmack entsprechend bearbeitet. 
So düster wie auf einigen Bildern ist die Anlage dann doch nicht.

Ich kann nur jedem mal empfehlen den Bunker zu besichtigen.
Solche ein bedrückendes Stück Geschichte, so zu erleben lohnt sich
Auch die Führung war klasse. Einzig die Kunstausstellung mit den Bananen,
die man auch auf manchen Bildern sieht war nicht so toll. 
Danke nochmal an das Museum.
Ich werde mit Sicherheit noch einmal rein gehen.


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