Regierungsbunker "Rosengarten" - Part I

Im Ahrtal, unweit der ehemaligen Hauptstadt Bonn, wurde mit einem wahnsinnigen Aufwand und unter strenger Geheimhaltung ein Atomschutzbunker der damaligen Regierung gebaut. Unter dem Deckname Rosengarten hat man hier aus zwei im ersten Weltkrieg gebauten Eisenbahntunneln, dass bis heute eines der größten und teuersten Einzelprojekte der Bundesregierung ist, errichtet. 
Aus den 2625 Meter langen Eisenbahntunneln wurden 1960 bis 1972 insgesamt ca. 17 km nutzbare Stollen errichtet. Wie hat man das gemacht? Man hat neben vielen zusätzlich gebauten Seitenstollen auch einen Zwischenboden in den Tunnel gebaut. Somit hatte man zwei Stockwerke.
Jetzt fragt man sich, ob man solch ein Vorhaben geheim halten konnte? Sicher war man damals durch Medien nicht so vernetzt wie heute, doch regional wusste jeder was da gebaut wurde. So viele Bauarbeiter, die Abends mal ein Glas Wein trinken, können natürlich nicht still halten. Auch in der DDR war man nach heutigem Wissen bestens informiert über die Baufortschritte. So hatte das HVA, Hauptverwaltung Aufklärung* bereits beim Bau Personal angeworben und somit ein relativ aktuelles Lagebild was da vor sich ging. 


Was hätte der 110 Meter tief im Schiefergebirge liegende Tunnel für eine Aufgabe gehabt? Aufgrund der damals stets gegebenen Gefahr, dass aus dem kalten Krieg ein heißer wird und der beängstigenden  Gewissheit, dass beide Seiten unzählbare Atomwaffen bereit stehen hatten, wurde ein Regierungssitz gebraucht. Dieser Ausweichsitz der auch im Falle eines Atomwaffeneinsatzes eine temporäre Regierungsfähigkeit haben sollte war das Ergebnis. Bis zu 3000 Personen hätten hier bis zu 31 Tagen das Land regieren können. Doch welches Land. Wäre der kalte Krieg eskaliert, so denke ich wäre nichts mehr zum Regieren da gewesen. Des weiteren geht man heute davon aus das der Bunker zwar eine Bombe wie in Hiroshima ausgehalten hätte. Doch selbst zur Bauzeit waren auf beiden Seiten Bomben und Raketen mit weitaus mehr Sprengkraft verfügbar. Also wäre es nicht nur ein Grab gewesen, sondern auch gleichzeitig ein Milliardengrab. 
Da ich aber von solchen Bauwerken fasziniert bin, bin ich froh, dass es diese gibt und man diese heute besichtigen darf.

Auf dieser Schiefertafel hat man einen Plan der Anlage.
Der Haupttunnel ist etwa 2625 Meter lang, hier auch schön zu sehen 
die vielen Nebenstollen.






Dieses Rolltor was ihr hier seht, ist für mich mit das erstaunlichste an der Einrichtung.
Zwei davon sind am Haupttunnel hintereinander gebaut und würden im Notfall innerhalb 
von 10 Sekunden die Anlage verschließen. Jedes dieser Tore wiegt etwa 25 Tonnen und wurde aus 
Stahl und Beton vor Ort eingegossen. MAN hat diese Tore gebaut die hydraulisch arbeiten. 
Bis zu 100 Bar Druck sollen diese gigantischen Tore aushalten. Eine wahre Festung.
Würde alles drum herum einstürzen, die Tore hätten keinen Kratzer.
Faszinierend!

Die rote Fläche sollte man dann wohl schleunigst verlassen.






Die ABC Duschen zum reinigen von kontaminierten Personen.









Hier noch ein schönes Video über die Anlage.
Gibt natürlich bei youtube weitere Dokumentationen
für den Interessierten.



 * Auslandsnachrichtendienst der DDR, Teil des MfS Ministerium für Staatssicherheit